» Aus dem Boden wachsen Hügel, aus denen Felsen brechen. Durch die Schlucht getrennt. Felsen aus Metall, Hügel aus Mauern, durchdrungen von Räumen und Wegen, unter das Wasser reichend. «

Günther Domenig

Architektur-Skulptur

Der Grund: Am Ufer des Ossiacher Sees. Ein länglicher, handtuchartiger. Vorn der See, im Hintergrund die Berge. Dazwischen: Straßen, Eisenbahn, Campingplatz, Seebad.

Das Steinhaus: Dieses gebaute ICH. Ringt mit den zwei Elementen, dem Stein und dem Wasser. Am Wasser gelegen, auf Wasser gebaut. Steinblöcke brechen aus dem Gebirge, rollen als Moränen ins Tal. Die Konstruktion, auf Pylonen tief in den Grund reichend. Eine Betonwanne, fast zweigeschoßig unter Niveau. Kernraum, sakraler Mittelpunkt. In der Mitte: Die gläserne Wassersäule. Zeigt den Stand des Grundwassers, das Fallen, das Steigen. Vom Zentralraum brechen sich Treppen ihren Weg in Räume aus Stein- / Beton-Blöcken. Eingesprengt, leicht blechverkleidete Stahl-Glas-Konstruktionen. Geballte, sprengende Kraft. Explosion.

Zweckbestimmung: Ein Haus um des Gebauten Willen, nicht um eines Zweckes Willen. Haus-Skulptur, ab 1986 aus Skizzen und Plänen gewachsen, in Beton und Stahl.

nach Maria Ozea

Domenig Steinhaus West (© by Häusle)
Schwarzerhuegel (© by Häusle)

» Ich bin in jeder Beziehung an der Grenze angelangt. Hier wird sich zeigen, was ich überhaupt imstande bin, in der Architektur zu leisten. «

Günther Domenig

Hand (© by Enrico Tomassini)
Sanfter Hügel (© by Maurer Gerhard)
Steinhaus Ost (© by Gerhard Maurer)
Kristall (© by Gerhard Maurer)

Ich bin an der Grenze meines Selbst angelangt. Ich stehe vor der Grenze der technischen und auch meiner finanziellen Möglichkeiten. Es gibt keinen Ausweg, keinen Weg zurück. Ich spüre die Ausweglosigkeit der eigenen Konsequenz. Je besser ich bin, je besser jeder einzelne Schritt wird, desto härter wird der nächste, vielleicht stürze ich damit."

Ortsbeziehung. Wechselbeziehung zwischen der Idee und archetypischer Architektur mit der charakteristischen Landschaft. Bauen in bestimmter Landschaft. Zeitgemäße Alternative zu landschaftsgebundenem Bauen. Spezifisches Gebilde für eine spezifische Gegend.“

Vergleich, Erinnerung. Der eine Ort, eine bizarre, gebirgige Gegend. Berge, Felsen, Übergänge vom Bewuchs zum Stein. Alte Architekturen passen sich an Steilheit und Schwere der Landschaft an. Harte existenzielle Bedingungen. Der andere Ort, am See. Die Landschaft offen, weich. Alte Heimatarchitekturen zerstört. Die Architektur, Abbild touristischer Ausbeutung. An beiden Orten habe ich gelebt. Subjektive Dimensionen des Ortes – dunkle Erinnerungen, gelebte Erfahrung, angenommene Selbstdarstellung.“

Alm. Rückzug in die Gegend gelebter Jugendzeit. Vermischung von Idee, Architektur und gelebter Erfahrung. Impressionen.“

Architektonische Brechungen. Gedanken zu bestehender Architektur: Typische Elemente sezieren, behalten, entwickeln, erneuern, in den Zeitgeist integrieren. Umweltgestaltung als "jetztzeitliche" Leistung des "Ichs".“

Das geheimnisvolle Lächeln der Geometrie. Drei Wege, die Geometrie einzusetzen: Der eine, ohne Geometrie bauen. Amorph – österreichisch: Gatsch –, unerträglich. Der andere, durch Geometrie bauen, z.B. kristallin. Zwang, unerträglich. Meiner, mit Geometrie bauen. Zuerst die Idee, die Gestalt, die Form. Dann die Fassung durch Geometrie. Die Kraft der Geometrie, die Öffentlichkeit der Geometrie.“

Ästhetik des subjektiven Interesses. Das Persönliche an der Form. Das Gestalthafte, als sinnliche Verkörperung der Idee. Die "Privatheit" in der Architektur. Die subjektiven Dimensionen in der Architektur.“

Landschaft – Architektur – Idee. Entstehungsprozess eines Architekturentwurfs. Ergebnis, Wechselbeziehung zwischen meiner Person, Erlebnissen, Lebensgewohnheiten, Landschaft. Die persönliche Existenz, meine Erinnerungen, ihr subjektiver Ausdruck. Natürlichkeit und Künstlichkeit, Natur und Kopf, Innenwelt und Außenwelt, Dämmerung nach vorwärts.“

nach Günther Domenig

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